Wie sieht der Weg "Mediation" aus?

Es gibt viele Möglichkeiten, einen Konflikt beizulegen. Sie haben bestimmt schon einige davon versucht.

  • Sie können nachgeben.
    Das kann in bestimmten Situationen durchaus hilfreich sein, ist jedoch für eine langfristige Lösung leider oft hinderlich und verschleppt die Klärung, sodass die Lage noch schwieriger wird.
  • Sie können sich darauf berufen, dass "die anderen" schuld sind.
    Eine oft gelebte Strategie - und dabei oft viel schwieriger als gedacht.
    Paul Watzlawick hat dazu die Geschichte eines Paares erzählt, das wegen ihrer Ehestreitigkeiten zu ihm gekommen war:
    Der Ehemann meinte: "Ich gehe nach der Arbeit lieber ins Gasthaus, weil meine Frau ständig nörgelt."
    Die Ehefrau dazu dann: "Ja, ich nörgle oft, aber nur, weil er immer ins Gasthaus geht."
    Die beiden wissen sehr genau, wer schuld ist. Nämlich der/die jeweils andere.
    Wer hat damit angefangen? Wer hat Schuld? Macht das einen Unterschied?
  • Sie können versuchen, die Konflikte allein oder mit Hilfe von Freunden zu lösen
    Eine gute Möglichkeit, solange der Konflikt nicht zu hoch eskaliert ist. 
  • Sie können gerichtlich klagen.
    Ihr Anwalt wird versuchen, das best-mögliche Ergebnis für Sie heraus zu holen. Genau wie der Anwalt der Gegenseite. Das birgt ein finanzielles Risiko, jedenfalls entscheidet jemand anderes und Sie geben die Möglichkeit einer individuell passenden Lösung aus der Hand.
  • Sie können sich schließlich entschließen,
    mithilfe von Mediation selbst aktiv miteinander zu verhandeln.
Der Streit um die Orange

Wie das geht? Dazu eine kleine Geschichte:

 

Zwei Mädchen, nennen wir sie Isabella und Kornelia, kommen aufgeregt zu ihrer Mutter in die Küche. 

Isabella hält eine Orange in der Hand, Kornelia steht weinend daneben. "Mama, ich will die Orange, ich hab' sie zuerst gehabt!" ruft Kornelia empört und mit Tränen in den Augen. Isabella ist ganz offensichtlich der entgegengesetzten Meinung.

 

Was tun?

 

Eine Möglichkeit wäre, eine Münze zu werfen.

Damit gibt es eine Siegerin und eine Verliererin.

 

Ein klassischer Kompromiss wäre, die Orange zu halbieren. Dann hätte jede der beiden wenigstens die Hälfte. Es gibt also zwei 'halbe' Siegerinnen - oder zwei 'halbe' Verliererinnen - je nachdem, wie man es sieht.

 

In der Mediation versuchen wir nun zu ergründen, was hinter den Positionen ('ich will die Orange') steckt:

 

Die Mutter fragt also:

"Isabella, warum willst du die Orange haben?" - Isabella möchte Fruchtsaft pressen.

"Kornelia, warum willst du die Orange haben?" - Kornelia möchte einen Kuchen backen.

 

Nach der Klärung der Interessen ist alles klar:

Kornelia bekommt die Schale, Isabella die Frucht. Beide sind zufrieden, denn beide haben, was sie wollen.

 

 

Mediation ist Ihre Chance Konflikte zu lösen. 

Keine wenig haltbaren Kompromisse, sondern einvernehmlicher und gut fundierter Konsens.